NACHTGEWÄCHSE

 

FRITZ BORNSTÜCK

BERTRAM HASENAUER

ROGER WARDIN

 

10.11.2018 - 13.01.2019

 

NACHTGEWÄCHSE – Der Titel der aktuelle Ausstellung der Galerie bezieht sich auf die geheimnisvolle Atmosphäre der ausgewählten Arbeiten der drei Berliner Künstler und das Dahinter-Liegende und Nicht-Eindeutige, das Traumhafte und Unbewusste ihrer Arbeiten.

 

Die formale Gestaltung, Fragestellungen nach Figuration und Abbild, Form und Raum, Nutzung von Malmitteln und Techniken sowie der künstlerische Bezug zu Vorbildern ist bei den gezeigten Arbeiten sehr gegensätzlich.

 

Die Auswahl der Arbeiten zeigt Facetten einer zeitgenössischen Malerei, die für die jeweilige künstlerische Position charakteristisch ist und die innerhalb der kuratierten Schau deutlich als sich gegenseitig verstärkende und in ihrer jeweiligen Eigenheit be-stärkende Standpunkte von Malerei wahrzunehmen sind.

 

 

FRITZ BORNSTÜCK, Roadtrip, 2016, Öl, Pigmente auf Leinwandcollage, 80 x 100 cm

 

Von FRITZ BORNSTÜCK (*1982), erstmalig in der Galerie vorgestellt, werden Arbeiten aus einem Schaffenszeitraum von 2014 bis 2018 gezeigt. Der Maler tackert Stoffe und Leinwand auf seine Malgründe, genauso wie er auch Formen und Farben teils collagenhaft zu Figuren und Bilderzählungen zusammenfügt. Vor einem stets tiefen Horizont tummeln sich im Bildvordergrund Figuren, aus Formen und Stücken zusammengesetzte Homunculi oder andersartige Wesen, die aus Geschichten wie Alice in Wonderland entsprungen sein könnten.

 

 

BERTRAM HASENAUER, Untitled, 2014, Öl auf Holz, 44 x 32 cm

 

BERTRAM HASENAUERs (*1970) Porträts verwandeln die bloße Darstellung eines menschlichen Gesichts in Bilder eines transzendentalen menschlichen Zustands.

Die neue Serie der schwarzen Porträts führen seine malerische Auseinandersetzung konsequent fort: aus feinsten Modulierungen und Nuancen von Schwarz bildet sich das Motiv. Die dunkeltonigen Porträts sind von erschwerter Lesbarkeit, der erste Eindruck ist der einer schwarzen Leinwand auf der sich nur unter bestimmten Blickwinkel die porträtierte Person erfassen lässt. Der delikate Farbauftrag, die nuancierte Vermittlung von Gesicht, Ausdruck und Bildausschnitt zeigen eine Sensibilität im Umgang mit Farbe und Malmitteln, die der Sensibilität des dargestellten Typs zu entsprechen scheint.

Bertram Hasenauer erzielt er in seiner Porträtmalerei genauso wie in den Natur- und Landschaftsdarstellungen eine starke skulpturale Präsenz des Dargestellten, während er die Formen aus seinen monochromatischen Gründen wie aus der Dunkelheit ins Licht zieht.

 

 

ROGER WARDIN, Der Traum, 2016, Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm

 

ROGER WARDINs (*1971) Gemälde sind stets atmosphärisch aufgeladen. Das Motiv ist häufig ähnlich einer Fotografie vom Positiv ins Negativ verkehrt, wie von überstrahlenden Lichteffekten ausgeleuchtet und dabei auf starke Kontraste und eine bestimmte Farbpalette reduziert und dekonstruiert.

Fotografie und Film, hier insbesondere das geheimnisvolle Werk eines David Lynch sind für Roger Wardin wichtige Quellen der bildlichen Inspiration, Vorlage und Fundus seiner häufig in seriellen Bearbeitungen entstehenden Motive. Sein inhaltliches Interesse an wissenschaftlichen Themen und Technik findet neben eindeutig zuzuordnenden Bildthemen auch Ausdruck in seinen „alchimistischen“ Versuchen der Materialerforschung und der  - mit mehr oder weniger  - Zufall gesteuerten Effekte in der Bilderzeugung.

 

 

ausstellungsansichten in der galerie