FRITZ BORNSTÜCK

Fritz Bornstück tackert Stoffe und Leinwand auf seine Malgründe, genauso wie er auch Formen und Farben teils collagenhaft zu Figuren und Bilderzählungen zusammenfügt. Vor einem stets tiefen Horizont tummeln sich im Bildvordergrund Figuren, aus Formen und Stücken zusammengesetzte Homunculi oder andersartige Wesen, die aus Geschichten wie Alice in Wonderland entsprungen sein könnten. Die Titel der Arbeiten, meist witzige Verweise auf unterschiedliche Lesarten des Dargestellten, eröffnen einen weiten Interpretationsspielraum für diese, der Freude an der Malerei, Farbe und Komposition entsprungenen Bildwerke. Über deren inhaltliche wie intellektuelle, kritische und vielleicht auch sozialkritische Motivation lässt der Maler den Betrachter gern im Ungewissen und erfreut sich explizit über unterschiedlichste Ansätze der Interpretation: Fritz Bornstück malt auf den ersten Blick heitere Bilder, die sich beim näheren Betrachten vielleicht auch als Schwarzer Humor erweisen. Gleichzeitig ist das, was bei ihm Gesellschaftskritik zu sein scheint, auch eine Faszination an der Schönheit des Alltäglichen und ein optimistischer Blick in die Zukunft. In den Arbeiten Bornstücks, die Natur mit strahlenden Farben zeigen und eine gewisse Leichtigkeit verströmen, gewinnt diese immer gegen hässlichen Überreste der Zivilisation wie Flaschen, Kippen, Zaundraht oder Beton. Besonders seine Skulpturen vermitteln dieses Gefühl: was aus der Entfernung als klassische glasierte Keramik-Obstschale aussieht, stellt sich als eine Assemblage aus Dosen, Obstschalen, Müll- und Essensresten heraus.