werner pokorny

Werner Pokorny (* 1949), eh. Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, beschäftigt sich seit über dreißig Jahren mit der Elementarform des Hauses, das er kompakt oder offen, als Gerüst oder Kontur in komplexe Formbezüge bringt. Dabei spürt er in seinen bildhauerischen Lösungen sensibel und sorgsam der spezifischen Wirkung von Holz und Stahl nach. Das Haus als Urbild menschlicher Zivilisation ist in Pokornys Werk das Symbol für die Grundkonditionen menschlicher Existenz.

 

In den Holzarbeiten, die der Bildhauer mit der Kettensäge aus dem massiven Stamm heraussägt, zeigt sich die Form schlicht, archaisch-rudimentär und zeichenhaft. Seine Cortenstahlarbeiten beeindrucken durch ihre Dynamik, Eleganz und die scheinbare Überwindung der Schwerkraft.

In seiner Werkgruppe „Spiele“, erstmals 2011 in einer beeindruckenden Einzelausstellung im Museum Glaspalast in Augsburg gezeigt, spielt Pokorny, dem kindlichen Bauklötzchenspiel ähnlich, mit den elementaren Formen des Hauses und bringt diese in zahlreiche Variationen und neue Zusammensetzungen. Die Zweckfreiheit der Kunst und die Zweckfreiheit des Spiels werden hier miteinander in Beziehung gebracht und dabei wird deutlich, dass beide, Kunst und Spiel, wichtige Erkenntnismittel des (modernen) Menschen sind.

Ziel und Anlaß von Werner Pokornys künstlerischer Arbeit ist die Suche nach Klarheit über eigene wie allgemeine Befindlichkeiten und Grundfragen des Menschseins.