peter braunholz

Peter Braunholz (*1963, Hannover) fotografiert Ausschnitte einer möglichen Wirklichkeit realer Orte, der Natur und Architektur, die er auf Reisen in Europa, Neuseeland, Südafrika, China oder den USA findet. Seine Beharrlichkeit in der Suche nach der optimalen Vermittlung eines Motivs, verbunden mit dem gefühlsmäßigen Erfassen des Sujets, ermöglicht höchst ästhetische Fotografien in dezidiert komponierte Serien, die er nicht am Computer bearbeitet.

 

Die Realität ist vielschichtiger als wir sie wahrnehmen, als die menschlichen Sinne den flüchtigen Moment zu erfassen vermögen –  Peter Braunholz vermittelt mit den formalen Möglichkeiten des Mediums Fotografie und der Scharfsinnigkeit und Aufmerksamkeit im Beobachten zwischen der Wirklichkeit und Wahrnehmung. Dabei geht es nicht um die Darstellung von Fantastischem oder Surrealem, sondern um einen sowohl dokumentierenden als auch abstrahierenden, wirklichen Blick des Fotografen.

 

Die Diametrals oder Liquids sind Serien über Baumreihen oder das legendären Hotel Kulm in St. Moritz, deren Gestalt sich auf dem Wasser spiegelt. Peter Braunholz fotografiert diese Verknüpfung von Natur und moderner Architektur in einem wirklichen Ausschnitt, der nur scheinbar einen surrealen Moment darstellt. Ähnlich fantastisch und computerbearbeitet wirkt die Exchange-Serie, die dennoch einen echten Olivenbaum und Licht auf Ibiza zeigt. Er fotografiert den realen Ort und ästhetisiert ihn durch die Technik seiner Kamera, der offenen Blende.

Ästhetisierung spielt eine ebenso große Rolle in den Serien Ecken, Topophilia oder Individualizations – Serien, die das Poetische der alltäglichen Welt festhalten. Häuserecken oder Räume ländlicher Regionen, die leicht übersehen werden, Hauseingänge standardisierter Fertigbausysteme, die von den Bewohnern individualisiert werden, poetisiert Peter Braunholz. Er erfasst sensibel die Naturphänomene und Strukturen, wobei es ihm gelingt, eine neue Wirklichkeit zwischen Sehen und Erkennen zu erschaffen.