martin wehmer

Martin Wehmer (*1966, Hattingen) lebt seit 2008 in Peking. 2009 hat er einen Lehrauftrag an der Central Academy of Fine Arts, Beijing und lehrt in den Jahren 2010, 2011, 2013 und 2015 an der Kunstakademie von Hangzhou, Partneruniversität der UDK, Berlin. 2012 erhält er einen Lehrauftrag an der Kunstakademie in Tjianjin, deren Kunstmuseum ihm im selben Jahr eine Einzelausstellung widmet.

 

Seine Malerei ist ebenso gestisch und ausdrucksstark wie simpel, plakativ und motivisch banal. Von komplexen und vielperspektivischen Bildgründen seiner frühen Werkphasen kommend, zeigen Martin Wehmers aktuelle Arbeiten monochrome Bildhintergründe mit zentral eingestellten Motiven. Es ist eine Figuration, die nur auf einer vordergründigen Ebene das Motiv vermittelt, denn interessiert ihn die malerische Auseinandersetzung der abstrakten Malerei.

Jede Farbschicht und gestische Struktur, die er setzt, bildet das eigentliche Motiv, vermittelt dessen expressiven Ausdruck über den reflektierten strukturellen Auftrag der Farbe. So entstehen Serien von Porträts, Körperteile wie Hände, Füße, Beine, unterschiedlicher Alltags-Objekte und abstrakter Gemälde.

Martin Wehmer wird auch von der Konnotation seiner Motive beeinflusst, nicht lediglich im Sinne ihrer erzählerischen oder psychologischen Implikationen, sondern als Anordnung von Formen, Farben und Texturen, die das jeweilige Motiv mimetisch erfassen und vermitteln und in sein malerisches Werk führen.

Durch seinen nuancierten Farbeinsatz und kraftvolle Maltechnik erreicht er eine starke Plastizität, die die malerische Darstellung des Motivs emotional unterstreicht und teilweise konterkariert. So wird die Banalität seines Motivs durch seine Ausführung ästhetisiert und zum malerische Diskurs über Abstraktion.

 

Wehmers Wurzeln liegen in einer amerikanischen gestischen Tradition der Nachkriegsmoderne und der Abstraktion des frühen 20. Jahrhunderts in Europa.

Sein Werk entspringt speziellen Fragestellungen, die Materialität, Bildebene und Bildraum betreffen, Fragestellungen der Malerei. Es entwickelt sich aus dieser Spannung, erzeugt durch die Trennung zwischen Gegenstand und formaler Abstraktion, die er in seinem Selbstverständnis als Maler als obsolet erachtet.