koen vermeule

Koen Vermeule (*1965, Niederlande) malt zum einen verlassene (See-)Landschaften und zum anderen Stadtlandschaften mit Menschen, die zwei Dinge verbindet: Struktur und die beseelte Stimmung der Landschaft. Zusammen komponiert, schafft der Künstler Momentaufnahmen voller Harmonie und Ruhe, die den Betrachter zum pausieren und nachdenken anregen. Seine Arbeiten sind weniger Narration als flüchtig festgehaltener Moment, welcher die Möglichkeit zur inneren Kontemplation oder zur Reflexion über die Gesellschaft, deren rasante technologische Entwicklung und das damit verbundene soziale Verhalten bietet.

 

Koen Vermeules (See-)Landschaften führen weit in einen schweren Himmel mit tiefem Horizont, ganz in der Tradition der alten niederländischen Landschaftsmalerei. Dem fügt er eine zeitgenössische Struktur hinzu: Die Linien bilden den kompositorischen Schwerpunkt und strukturieren das Bild, ähnlich eines Piet Mondrians, der seine Bilder mit der Linie konstruiert. Bei Koen Vermeule führen sie fluchtpunktartig in den Horizont, sind durch schräge Linien miteinander verbunden, werden von Furchen unterbrochen; dabei bilden sie bewegte Sandbühnen, Pflugspuren auf Feldern oder Straßen, die als Kontrast gegen den vertikalen, schweren Horizont gesetzt sind. Auch die Farben sind gleichzeitig dunkel und grell-strahlend; fast unwirklich und zeitlos. Es entsteht Bewegung bei gleichzeitiger Ruhe; dem Betrachter ist es möglich in der Tiefe der Landschaft zu versinken.

 

Koen Vermeules Stadtlandschaften konzentrieren sich auf Szenen mit Menschen, die in ihren Bewegungen pausieren. Häufig sind es städtische, modern gekleidete Einzelgänger, die Kopfhörer tragen, auf ihr Handy oder ihre Kamera schauen und vorübergehend von ihrer Umgebung isoliert wirken – Koen Vermeule beobachtet und beschreibt das zeitgenössische gesellschaftliche Verhalten. Die Architekturen sind durch geometrische Formen und Linien aufgebaut und fügen der stillen und theatralischen städtischen Landschaften Dynamik hinzu.