cristina ohlmer

Cristina Ohlmer (*1960 Varese, Italien) setzt sich sowohl in ihren Tusche-Zeichnungen wie mit ihren Glaskästen und Rauminstallationen mit den Themen Transparenz, Licht und Raum auseinander.

 

In ihren großformatigen Tusche-Zeichnungen, die erzählerische und fragile Interiors und Exteriors bilden, zeigt sie Menschen in Café-Bars, Läden, Werkstätten oder Geschäften. Der „Tuscheregen“ (C.Ohlmer), unzählige kleine schwarze Striche und die dazugehörige „Lücke“, wie ein binärer Code nebeneinandergesetzt, formt die Kontur der Motivik und Figuration ihrer atmosphärisch-poetischen Bilder. In einer weiteren Zeichenserie, deren Motive und Formen durch Kringel schwarzer Tusche gebildet werden, sodass der Bildraum fast vollständig davon bedeckt ist, deuten Farbsprengsel von Tempera Lichtreflektionen an.

Die Zeichnung ist bei Cristina Ohlmer nicht das schnelle, skizzenhafte Erfassen einer Situation oder die Niederschrift des Unterbewussten, sondern hochkonzentrierte und ausdauernde Auseinandersetzung mit dem Motiv. So entstehen Bilder von hoher erzählerischer und kompositorischer Dichte und Fragilität.

 

Licht, Lichtbrechung und deren Spuren im Raum sind ein ebenfalls wiederkehrende Motive ihrer Glaskästen und Rauminstallationen. So auch die Serie „My Sea“, die die Künstlerin mit einer Installation im Innenhof der Galerie und Arbeiten auf der aktuellen Biennale in Venedig realsierte: Sonnenstrahlen und Lichtreflektionen umgesetzt mit einer speziellen Spiegelfolie auf der Wand, vermitteln als Muster zwischen Exterieur und Interieur, holen das Draußen nach Drinnen, mit einer „Licht-Zeichnung“ auf die Wand.