anja jensen

Die Bedeutung des Beobachtens oder Beobachtet-Werdens, Voyeurismus und Überwachung sind Fragestellungen mit denen sich Anja Jensen  (* 1966) in ihrer künstlerischen Arbeit seit 1999 fortlaufend beschäftigt. Der Betrachter erfährt eine konstruierte, künstliche Beobachtungssituation und wird über die Beschäftigung damit, welche teilweise mysteriösen Vorgänge hier angedeutet werden sollen, maßgeblicher Teil der Bilderzählung.

Gezielt eingesetzte Lichteffekte sorgen für Akzente und Irritation im stark farbigen Bildgeschehen. Die Akteure erscheinen wie erstarrt, angehalten in ihrer Bewegung, dabei Ruhe ausstrahlend, ganz in ihr Tun vertieft, vergleichbar den Schlafenden bei Dornröschen.

 

Anja Jensen inszeniert  ihre Darsteller während der „blauen Stunde“ der Dämmerung und im Schein von künstlichem Licht. Sie tut dies an eigens ausgewählten besonderen Orten, an denen diese Menschen tatsächlich leben und verkehren. In ihren seit 2006 wiederholt auf den Inseln Amrum und Föhr entehenden Arbeiten setzt die Fotografin den Fokus auf Schauplätze in der Natur, anders als die vorangegangenen Arbeiten, die städtische Motive zeigten. Es sind menschenleere Orte am Meer, in den Dünen, nur belebt durch die Anwesenheit der Akteure. In diesen Arbeiten vermitteln Naturphänomene die Stimmung und Atmosphäre.

 

Anja Jensens Bilder entstehen an realen Orten: auf den erwähnten Nordseeinseln, in Schweden, Italien, in der Türkei genauso wie in Chile, China und den USA. Dort und in Europa wurden ihre Arbeiten bereits in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt.