HERINGA/VAN KALSBEEK

Typischerweise ist die Arbeit von Liet Heringa (*1966)/Maarten van Kalsbeek (*1962) um einen Kern herum aufgebaut, der normalerweise aus einem realistischen Objekt besteht, das in einem, was vielleicht als dreidimensionales Gemälde bezeichnet werden kann, eingebettet ist. Der Kern wird in Linien und Ebenen aus Gusskunststoff, Seilen und Pflanzenteilen absorbiert, wodurch ein dynamischer und sinnlicher Farb- und Formreichtum entsteht. Die Arbeit des Künstlerduos ist eine hybride Kunstform, kapriziös, glänzend und bunt, die irgendwo zwischen autonomer bildender Kunst und angewandter Kunst liegt. Sie zeigt eine fremde Fantasiewelt, die organisch wirkt: exotische Pflanzen mit üppigen Blumen oder die Skelette mysteriöser Urmonster. Dabei ist die Natur eine große Inspirationsquelle für das Duo. Sie sind fasziniert, wie natürliche Prozesse des Verfalls und der Überwucherung neue Formen schaffen.  In ihrer Arbeitsweise gehen Kontrolle, Auswahl und Zufall Hand in Hand. Es ist ein unvorhersehbares Spiel von Flächen, Streifen, Sweeps und Linien. Die dabei entstehende chaotische und launische Form wird von den beiden nur teilweise beeinflusst wie z.B. durch die Umkehrung der Skulptur.

Die Skulpturen von Heringa/Van Kalsbeek haben keine Vorder- oder Rückseite, keine Ober- oder Unterseite. Man könnte sogar sagen, dass sie keinen Anfang oder kein Ende haben. Sie sind Welten an sich, in denen es wunderbar und endlos wandernd ist. Die barocke Detailfülle und die Ansammlung von visuellen Überraschungen lassen eine vollständige Enthüllung des Geheimnisses nicht zu.

 

Typically, the work of Liet Heringa (*1966)/Maarten van Kalsbeek (*1962) is built around a core that usually consists of a realistic object embedded in what might be called a three-dimensional painting. The core is absorbed in lines and planes of cast plastic, ropes and plant parts, creating a dynamic and sensual richness of colour and form. The work of the artist duo is a hybrid art form, capricious, shiny and colorful, somewhere between autonomous fine art and applied art. She shows a strange fantasy world that seems organic: exotic plants with lush flowers or the skeletons of mysterious primeval monsters. Nature is a great source of inspiration for the duo. They are fascinated by how natural processes of decay and overgrowth create new forms.  Control, selection and chance go hand in hand in their way of working. It is an unpredictable play of surfaces, stripes, sweeps and lines. The resulting chaotic and capricious form is only partially influenced by the two of them, e.g. by the reversal of the sculpture.

Heringa/Van Kalsbeek's sculptures have no front or back, no top or bottom. One could even say that they have no beginning or no end. They are worlds in themselves, in which it is wonderful and endlessly wandering. The baroque richness of detail and the collection of visual surprises do not allow for a complete revelation of the mystery.